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Die PionierGarage zertifiziert sich in Hohenheim

Ständig versucht die PionierGarage Know-how zum Thema Unternehmensgründung einzuholen. Auch in der näheren Umgebung gibt es viele Leute von denen man was lernen kann.

Am 12. April startete in Hohenheim der Zertifikatskurs „Entrepreneurship Basic“ von der Uni St. Gallen, für alle Deutschschweizer und Baden-Württemberger Hochschulen. Die PionierGarage war mit vier Mitgliedern vertreten: Clemens Fauvel, Felix Schilling, Simon Schneckenberger und Sebastian Richter. Zusammen mit Teilnehmern aus ganz Baden-Württemberg nutzten sie die Gelegenheit, um neben dem üblichen, gewohnten Vorlesungsbetrieb andere Wissensquellen anzuzapfen.

Die Geschäftsidee

Der Montag war geprägt vom Thema „Wie finde ich eine Geschäftsidee?“. Prof. Dr. Christoph Müller, Executive Director des Center for Entrepreneurial Excellence an der Universität St.Gallen und Jasper Bouwsma, Gründer von Vujade Ltd., hatten einen sehr interaktiven und visuelle geprägten Workshop vorbereitet. Mit viel Input zu aktuellen Trends und der COSTAR-Methode tauschten wir uns über eigene Ideen aus. Dabei stellte man fest, dass es unheimlich schwer ist mit einem kleinen Pitch zum einen exakt das wiederzugeben, was man vorhat und gleichzeitig Begeisterung beim Zuhörer zu wecken. Hier galt das Motto: „Fail, try again, fail better“.

Das Geschäftsmodell

Am Dienstag ging es um die Fragestellung „Wie baue ich meine Idee systematisch aus?“. Unsere zwei Dozenten des Vortages gaben uns anfangs einen generellen Überblick über die gängigen Geschäftsmodelle, wobei wir zwei davon detailliert erarbeiteten. Nachdem wir einiges darüber lernten, versuchten wir, für unsere Gründungsidee vom ersten Tag, ein eigenes Geschäftsmodell mit Hilfe des Canvas-Geschäftsmodells zu entwickeln. Das war gar nicht so einfach, da man so erst erkannte, wie aufwendig und komplex sowas werden kann. Schließlich haben wir unsere Modelle beurteilt und mit erfolgreichen und nicht erfolgreichen Beispielen aus der Praxis verglichen und gesehen, wo unser Modell noch verbessert werden müsste.

Der Business Plan

Mittwoch war der Business Plan dran. Wir lernten einiges über den Aufbau, den Inhalt und die Qualitätsmerkmale eines Business Plans und einige Hilfen wie man ihn einfacher und strukturierter erstellen kann. Mit diesem Wissen bekamen wir einige Beispielpläne, die wir kritisch analysierten und eventuelle Stärken und Schwächen suchten. Das war sehr interessant, da Herr Müller selbst vor einigen Jahren mit Business Plänen zu tun hatte und uns aus erster Hand erzählen konnte, wie die Geldgeber auf diese Pläne reagiert haben. Auch an diesem Tag hatten wir wieder einen praktischen Teil. Wir sollten in verschiedenen Gruppen die einzelnen Teile eines Business Plans zu einer vorgegeben Geschäftsidee entwickeln. Beim anschließendem Vorstellen und Beurteilen sah man, dass es sehr umfangreich ist einen solchen Plan zu erstellen und vor allem die Abstimmung zwischen den einzelnen Abteilungen (Finanzen, Marketing, etc.) eine große Herausforderung darstellt.

Das Marketing

„Was zeichnet ein cleveres Marketing-Konzept aus?“ war die zentrale Frage am Donnerstag. Prof. Dr. Christoph Müller hatte Dr. Holger Haedrich, Teilhaber des ISG Instituts St. Gallen, eingeladen. Zunächst wurden lehrreiche Informationen über Kundenbedürfnisse und Markt-Segmentierung gegeben. Schwerpunkt bei dem weitern Vortrag war immer wieder der Markteintritt und die Fokussierung auf das Alleinstellungsmerkmal (unique selling point). Die vorgestellten Konzepte wurden zum einen gepitcht um anderen einen Einblick zu gewähren, zum anderen aber auch wieder konstruktiv Feedback gegeben. Abgerundet wurde der Tag noch mit verschiedenen Beispielen zu Guerilla-, Online- und Viralem Marketing.

Die Finanzierung

Am Freitag, dem letzten Tag des ersten 5-Tage-Blocks, referierten zahlreiche Gast-Dozenten über das Thema Start-Up Finanzierung. Den Start machte Andreas Chatzis – Geschäftsführer von PUSH! und BARS – mit einem Vortrag über die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Arten von Business Angels. Marco Winzer – Investment Director, High Tech Gründerfonds Management GmbH – gab anschließend hilfreiche Ratschläge wie schon in der Anfangsphase von Technologiegründungen Kapital gewonnen werden kann. Danach stellte Dr. Hendrik Wolff – Vorstand der Wolff & Häcker Finanzconsulting AG – in einer prägnanten und sehr interessanten Präsentation die 10 häufigsten Fehler bei der Suche nach Investoren vor. Mattias Götz – Leiter Investment Team IT, LBBW Venture Capital GmbH – führte seine Arbeit an Hand von einigen Beispielen vor, bevor Dietmar Wilde – Leiter des Geschäftsbereichs Firmenkunden, Kreissparkasse Böblingen – deutlich machte, dass es auch lokal zahlreiche Möglichkeiten zur Finanzierung von Start-Ups gibt. Abgerundet wurde der Tag mit einem kleinen Fallbeispiel einer Eis-Diele in Italien, bei dem die Teilnehmer erste Schritte in der Finanz-Rechnung machen konnten.

Unternehmer-Persönlichkeit

Ungefähr einen Monat später – am 17. Mai – wurde der Zertifikatskurs der Universität St. Gallen in der Alten Kanzlei in Stuttgart fortgesetzt. Prof. Dr. Christoph Müller wurde den ganzen Tag unterstützt von Dr. Simone Lazarus – Beraterin im Bereich Talent Management bei Promerit. Anfangs standen die verschiedenen Eigenschaften von Unternehmerpersönlichkeiten im Vordergrund. In Gruppenarbeiten wurden Methoden erarbeitet, wie diese Attribute erfasst werden können. Anschließend erhielt jeder Teilnehmer die Auswertung des cut-e-Unternehmertests, der vorher online ausgefüllt worden war. Außerdem wurden Hinweise gegeben, wie dieser Test einzuschätzen und aufzunehmen ist. Zum Schluss arbeiteten wieder verschiedene Gruppen an einer Fallstudie zum Aufbau des Alinghi-Teams für den Americas Cup. Dabei ging es vor allem um die Vor- und Nachteile von Teamarbeit und die Möglichkeiten, solch große Teams für ein gemeinsames Ziel zu motivieren.

Talent Management für Start-Ups

Tags darauf ging es wieder um das Thema Talent Managment – diesmal aber mehr unter dem Motto “Wie gewinne und behalte ich Mit-Unternehmer für meine Idee”. Unterstützt wurden die zwei Referenten des Vortags von Markus Frosch – Partner bei Promerit. Vormittags wurde in Gruppen darüber diskutiert, mit welchen Eigenschaften Unternehmen potentielle Arbeitgeber anlocken oder abschrecken. Interessanterweise änderte sich die Zu- oder Abneigung gegenüber manchen Unternehmen drastisch im Zuge der Internetrecherche. Frau Dr. Lazarus referierte anschließend über Methoden (Bsp. Employer Branding), die dabei helfen, die Attraktivität von Unternehmen zu steigern und Arbeitnehmer auf lange Sicht zu behalten. Der Vortrag von Markus Frosch war die perfekte Auflockerung am Ende des Tages. Sein lockerer Vortrag über Promerit, deren Wachstum und dem Arbeitsverhältnis innerhalb des Unternehmens weckten wohl bei jedem noch mehr Unternehmergeist.

Dies waren also die nächsten zwei Tage des Zertifikatskurses in Hohenheim. Weiterhin sind wir 4 Teilnehmer der Pionier-Garage schwer begeistert. Prof. Dr. Christoph Müller beweist sich ein ums andere Mal als ein großartiger Redner mit großem Engagement im Bereich Entrepreneurship und dem Talent, immer wieder motivierende Gäste einzuladen. Wir freuen uns sehr auf die Exkursion nach Zürich am 1. Juli 2010.

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